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Gesundheitspolitik

06.09.2011

Bei einer Informationsveranstaltung für Mitarbeiter im Sozialdienst und im Überleitungsmanagement verschiedener Kliniken im Großraum Koblenz standen aktuelle gesundheitspolitische Reformen sowie Informationen über die Phasen der neurologischen Rehabilitation im Fokus.

Hbre. Die 36 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Informationsveranstaltung in der Zur Website der BDH-Klinik Vallendar über aktuelle gesundheitspolitische Reformen wurden mit einer Fülle bereits erfolgter, aktuell laufender aber auch erst noch geplanter gesetzlicher Reformen konfrontiert, die sich alle mehr oder weniger stark auswirken auf das konkrete Alltagshandeln im klinischen Sozialdienst bzw. Überleitungsmanagement.

Frau Melanie Keßler, Referentin für Gesundheitswesen der Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Rheinland Pfalz, Mainz (Foto: Brehm)zoom
Frau Melanie Keßler, Referentin für Gesundheitswesen der Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Rheinland Pfalz, Mainz (Foto: Brehm)

Gesundheitsreformen

Frau Melanie Keßler, Referentin für Gesundheitswesen der Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Rheinland Pfalz, Mainz, sprach nach einer Begrüßung durch den Ärztlichen Direktor der BDH-Klinik Vallendar, Dr. med. Raimund Weber und einer kurzen Vorstellung der BDH-Klinik Vallendar durch die Stellvertretende Pflegedienstleiterin Doris Hilken über in den letzten Jahren bereits erfolgte, derzeit laufende und zukünftig geplante Reformen im Gesundheitsbereich.

Finanzlage des Gesundheitswesens stabilisieren

Vier Reformgesetze zur Modernisierung (2003), Wettbewerbsstärkung (2007), Krankenhausfinanzierung (2009) und Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (in Kraft getreten zum 1.1.2011) seien mit dem Ziel angetreten, die Finanzlage des Gesundheitswesens zu stabilisieren. Dafür sei zunächst der allgemeine Beitragssatzes zur Krankenversicherung auf 15,5% angehoben und für die Zukunft festgeschrieben worden. Mit der Einführung von mehr Wettbewerb zwischen den gesetzlichen Krankenkassen sei das Ziel von mehr Qualität und Wirtschaftlichkeit sowie von mehr Transparenz der Leistungen und Abrechnungen verbunden. Ziel war außerdem, sowohl auf der Einnahme- wie auch auf der Ausgabenseite anzusetzen, um die Finanzsituation im Gesundheitswesen im Griff zu halten.

Mit dem am 1. Januar 2011 in Kraft getretenen Arzneimittelneuordnungsgesetz sei das Ziel verbunden, Kosten im Bereich Arzneimittel einzudämmen. Dazu solle vor allem die Einführung einer innerhalb von drei Monaten durchzuführenden Nutzenbewertung von patentgeschützen Medikamenten dienen.

Zu der Fülle der Reformgesetze zeigte sich bei den Teilnehmern ein großer Gesprächsbedarf (Foto: Brehm)zoom
Zu der Fülle der Reformgesetze zeigte sich bei den Teilnehmern ein großer Gesprächsbedarf (Foto: Brehm)

Krankenhaushygiene

Bisherige Empfehlungen zur Infektionshygiene werden mit dem am 1. Juli 2011 in Kraft getretenen Krankenhaushygienegesetz verbindlich. Außerdem werden Krankenhäuser verpflichtet, in ihren Qualitätsberichten auch die Hygieneergebnisse zu veröffentlichen.

Mehr Wettbewerb

Das für den 1.1.2012 geplante Versorgungsgesetz soll die flächendeckende ambulante ärztliche und spezialärztliche Versorgung sicherstellen, wozu auch eine Reform des Vergütungssystems, Klärungen zu innovativen Behandlungsmethoden und die Stärkung wettbewerblicher Handlungsmöglichkeiten der Krankenkassen beitragen sollen.

Patientenrechte

Mit dem Patientenrechtegesetz, dessen erster Entwurf im Herbst 2011 erwartet wird, sollen bestehende Rechte der Patienten transparenter, deren Durchsetzung verbessert sowie die Aufklärungs- und Dokumentationspflichten konkretisiert werden. Auf der Agenda stehen auch die Beschleunigung von Bewilligungsverfahren bei den Krankenkassen sowie die Verankerung eines Behandlungsvertrages im Bürgerlichen Gesetzbuch BGB.

Pflegereform

Für das für 2013 geplante Pflegereformgesetz soll durch die Politik ebenfalls im Herbst 2011 ein erster Entwurf vorgelegt werden. Das Gesetz, in dem der Pflegebedürftigkeitsbegriff neu definiert werden wird, soll zu einer nachhaltigen Finanzierung der Pflege beitragen, die Rechte von pflegenden Angehörigen stärken, die Qualitätssicherung in der Pflege verbessern, die Attraktivität des Pflegeberufes erhöhen und das Prinzip „Reha vor Pflege“ stärken.

Dr. med. Raimund Weber, Ärztlicher Direktor der BDH-Klinik Vallendar, informierte über die Phasen der neurologischen Rehabilitation (Foto: Brehm)zoom
Dr. med. Raimund Weber, Ärztlicher Direktor der BDH-Klinik Vallendar, informierte über die Phasen der neurologischen Rehabilitation (Foto: Brehm)

Phasen der neurologischen Rehabilitation

Angesichts der Fülle bereits in Kraft getretener und noch geplanter gesetzlicher Reformen im Gesundheitswesen waren die Teilnehmer dankbar für die Möglichkeit zum Austausch während einer Kaffepause. Die sich anschließende Runde mit Dr. med. Raimund Weber, mit konkreten Informationen über die Phasen der neurologischen Rehabilitation, wurde von den Teilnehmern durch rege Nachfragen genutzt. Im Hinblick auf die jeweilige Entscheidung für eine Reha-Maßnahme, bzw. für den Wechsel in eine neue Phase (B bis F) der Rehabilitation empfahl Weber, immer die Frage nach dem Reha-BEDARF des Patienten, dem möglichen Reha-ZIEL und auch nach der Reha-FÄHIGKEIT zu stellen. Ein Wechsel aus der Akutbehandlung in die Phase B mache z.B. dann wenig Sinn, wenn zwar der Reha-Bedarf feststehe, auch ein möglichst konkretes Reha-Ziel benannt werden könne, der Patient aber nicht in der Lage sei, wenigstens annähernd 300 Therapieminuten am Tag mitzumachen. Vor dem Wechsel in die Reha-Phase C sei es wichtig, im Auge zu behalten, dass das Ziel der Phase C weitgehende Selbständigkeit in Aktivitäten des täglichen Lebens sei und dass am Ende der Phase auch eine klare Aussage über das Potential der weiteren Tätigkeit (Erwerbsprognose) getroffen werden müsse.

Melanie Keßler

Melanie Keßler ist Referentin Gesundheitswesen bei der Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Rheinland Pfalz, Mainz

 
 
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