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Delegierte beschließen neue Satzung

Es war eine schwierige, aber notwendige Entscheidung: Im zweiten Anlauf verabschiedete eine qualifizierte Mehrheit eine neue Verbandssatzung. Mit ihrem deutlichen Votum stellte die Delegiertentagung die Weichen für die Zukunft unseres Verbands.

Der Souverän hat gesprochen: Am Ende waren es 234 von 260 Delegiertenstimmen, bei 23 Nein-Stimmen und drei Enthaltung, die dem Satzungsentwurf der Satzungskommission zustimmten. Die neue Satzung wird damit am 1. Januar 2016 in Kraft treten. Damit endete am 25. April 2015 ein langwieriger Prozess der Neuausrichtung des BDH. Im Kampf gegen das Kreisverbandssterben war dieser Schritt nötig. Das Leben in den Kreisverbänden ist und bleibt unbedingt erhaltenswert, das wird weiterhin oberste Verbandsmaxime bleiben. Die Kommission um den Vorsitzenden Robert Herrlich stand vor der Herausforderung, eine wasserdichte Satzung auf die Beine zu stellen, die der komplexen Verbandsstruktur des BDH Rechnung zu tragen hatte. Immerhin galt es, die Besonderheiten der gemeinnützigen BDH-Kliniken in einen Kontext mit den Interessen der Mitglieder und der ehrenamtlichen Strukturen unseres Sozialverbands auf die Ebene der Kreisverbände zu bringen. Man muss schlichtweg mehrere Fliegen auf einen Streich erwischen, was dann auch gelang. Ihre Vielschichtigkeit macht die neue BDH-Satzung zu einem besonderen demokratischen Dokument. Sie ist ein Kompromiss, der unterschiedlichste Wünsche und Ziele abbildet, dabei aber „atmungsaktiv“ konstruiert ist, um auch flexibel der Zukunft Rechnung tragen zu können.

Satzungsänderungen bilden Diskurs ab

Es war ein langer und intensiver Diskurs mit den Gliederungen, Finanzexperten sowie Steuerfachkräften notwendig, um dem Delegiertenbeschluss aus dem Jahre 2012 nun nachzukommen. Die Bundesdelegiertentagung in Berlin hatte seinerzeit die Zeichen der Zeit erkannt und den Bundesvorstand beauftragt, den Veränderungsprozessen innerhalb und außerhalb des BDH nachzukommen und eine neue Satzung auszuarbeiten: „Eine Satzung wirkt im Prinzip wie eine Staatsverfassung und bildet einen offenen Diskurs aller Beteiligten, unserer Mitglieder, Angestellten und Funktionsträger ab. Sie ist in Schrift gegossene Demokratie und entwickelt sich im Streit um den besten Kompromiss immer weiter. Das bedeutet, dass sie in der Zukunft Veränderungen unterliegen wird und an ändernde Rahmenbedingungen angepasst werden muss“, erklärt Ilse Müller. „Uns war es wichtig, die Gemeinnützigkeit unserer Kliniken langfristig zu garantieren. Das ist uns mit der Stiftungsgründung gelungen. Auf der anderen Seite war es angesichts schrumpfender Kreisverbände ein notwendiger Schritt, neue Betreuungs- und Verwaltungsstrukturen zu schaffen, die die Existenz unserer Sozialverbands sichern. Die Strukturänderung auf Ebene der Landesverbände ist schweren Herzens gefallen. Uns allen ist bewusst ist, mit welch großem persönlichen Engagement und mit wie viel Herzblut unsere Landesvertretungen arbeiten. Wir bitten dennoch um Ihr Verständnis, dass wir unsere Kräfte bündeln müssen, um unseren Mitgliedern näher zu sein und diejenigen unmittelbar zu unterstützen, die unsere Hilfe benötigen. Es ging niemals darum, die persönliche Leistung einzelner zu diskreditieren. Wir wollen und wir müssen unsere Verbandsstruktur schlichtweg einer neuen Realität in unserem Land anpassen.“

Regionalbetreuung ist bereits erprobt

In der Sache wird der neue Betreuungsansatz durch die Regionalbetreuung, die ihren Lackmustest bereits in einer Pilotphase bestand. Gefährdete Kreisverbände benötigen diese regionalisiert gesteuerte Hilfe, die finanziell über die BDH-Stiftung getragen wird. Die Stiftung, ein zentrales Element der neuen Verbandsstruktur, wird das Erbe der Landesverbände zum Jahreswechsel antreten und die Vermögenswerte transparent verwalten. Dabei werden 30 Prozent der bestehenden Vermögenswerte den Kreisverbänden der jeweiligen Landesverbände bedarfsgerecht zur Verfügung stehen, 70 Prozent einen solidarischen Gemeinschaftsfonds speisen. Ziel ist es, kurze Entscheidungsprozesse zu verankern, die über die Stiftung und Regionalbeauftragten eingeübt werden müssen. Der BDH setzt auf neue Stützpunkte, regionale Nähe und den direkten Draht zu den Mitgliedern. Für Ilse Müller endet der Prozess der Strukturveränderungen an dieser Stelle allerdings nicht. Die Demografie schlage auf vielfältige Weise zu und verändere den BDH erheblich, so die Vorsitzende. Ganz selbstverständlich impliziert dies auch künftige Satzungsänderungen. Der BDH kämpft gegen die Zeit, die Alterung seiner Mitglieder und muss zugleich höchsten Ansprüchen der Betreuung Betroffener gerecht werden.

Demografie: Licht und Schatten im Verband

Was auffällt, sind zwei gegenläufige Entwicklungen: Einerseits bedeutet die Alterung unserer Gesellschaft einen spürbaren Klinik-Boom. Die Leistungen der BDH-Kliniken auf den Gebieten der neurologischen Rehabilitation sind gefragt wie nie. In der Folge wird kräftig investiert. Der Status der Gemeinnützigkeit hilft dabei, die Investitionspotenziale aus dem Prozess der eigenen Wertschöpfung heraus, unterstützt durch öffentliche Fördermaßnahmen, vollständig auszuschöpfen. Und der Bedarf an neurologischen Leistungen wächst kontinuierlich. Andererseits hält die Personalverknappung Kreisverbände und Kliniken gleichermaßen in Atem. Mancherorts fehlt klinisches Fachpersonal. Zudem verzeichnen zahlreiche Kreisverbände demografisch bedingte Mitgliederverluste. Dem gilt es entgegenzuwirken. Das Beispiel ortsnaher Kreisverbandsarbeit soll künftig Schule machen. Professioneller soll es zugehen, gleichzeitig bedarf das Ehrenamt messbarer Unterstützung. Das Kreisverbandssterben bedeutet auch immer den „kleinen Tod“ des Ehrenamts vor Ort und damit eine Schwächung der Bürgergesellschaft.

Neue Strukturen

Der BDH wird neben der eigenen Stiftung zur Sicherung der Klinikstrukturen im Notfalle professionelle Organe erhalten. Dies ist der Verband seinen mehr als 2.000 Beschäftigen schuldig. Ein Beirat wird die Einhaltung der Stiftungszwecke im Sinne der BDH-Satzung kontrollieren. Auch die Trennung von Amt und Mandat wird künftig Programm. Letztlich muss der BDH einen schwierigen Spagat in komplizierten Zeiten schaffen: Er hat sich das Ziel gesetzt, die gesamte Reha-Kette, von der Akuthilfe, über die einzelnen stationären Reha-Schritte, bis hin zur Betreuungsarbeit auf der Ebene der Kreisverbände abzubilden. Dass dies gelingt, hängt selbstverständlich auch künftig in erster Linie vom Einsatz der Ehrenamtlichen, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verband und den Kliniken sowie den Funktionsträgern ab. Die neue Verfassung bildet den Rahmen, der nun mit frischem Leben zu füllen ist. 2020 feiert der BDH einen runden Geburtstag. 100 Jahre wird er dann bestehen. Seine Aufgabe, die Betreuung und medizinische Versorgung Bedürftiger, kann zu keiner Zeit abgeschlossen sein. Teilhabe ist und bleibt ein gesellschaftspolitischer Prozess, der mutig und entschlossen eingefordert werden muss. Der BDH ist und bleibt ein zentraler Impulsgeber dieses Prozesses.

BDH erhält neue Satzungzoom
 
 
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